Die Schrift ist im 6. und 7. Jahrhundert n. Chr. nach Japan gekommen. Wie viele andere Elemente der traditionellen japanischen Kultur auch wurde sie direkt aus China übernommen. Da die Japaner kein eigenes Schriftsystem besaßen, bedienten sie sich zu Beginn der Alphabetisierung zunächst der im Reich der Mitte verwendeten Schriftzeichen.
Das Chinesische ist eine Mischung aus Ideogrammen und Silben. Die ersten chinesischen Schriftzeichen waren Darstellungen von Gegenständen. Diese piktografische Schrift hat dieselbe Entwicklung durchlaufen wie die mesopotamische Schrift und sich schlussendlich in eine vereinfachte, kursivere Schrift verwandelt, in der nun nicht mehr Gegenstände, sondern Schriftzeichen dargestellt wurden.
Beispiel:
Entwicklung des Schriftzeichens „
Baum“: → 
Die Japaner haben die chinesische Schrift zunächst phonetisch übernommen und die Schriftzeichen dann als Ideogramme verwendet. Diese Schreibweise wird als Kanji bezeichnet.
Kanji ist ein sehr beschränktes System, dessen Nutzung dort Probleme aufwirft, wo es für gewisse japanische Wörter keine Äquivalente gibt. Als die Japaner schließlich begannen, für ihre Kultur spezifische Wörter oder Konzepte zu verwenden, gab es hierfür keine entsprechenden chinesischen Schriftzeichen. |