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Die Entwicklung der chinesischen Sprache

 
 
Von den Ursprüngen bis zur Entwicklung des heutigen vereinfachten Chinesisch hat das chinesische Schriftsystem zahlreiche Etappen durchlaufen. Dies sollten Sie unbedingt berücksichtigen, um Ihre Bedürfnisse bei einer Übersetzung ins Chinesische exakt definieren zu können.
 

Klassisches Chinesisch, traditionelles Chinesisch und vereinfachtes Chinesisch: ein kurzer Rückblick auf die Geschichte der chinesischen Schrift

 
 
Die Ursprünge der chinesischen Schrift
 
 
Ein Großteil der Linguisten ist der Ansicht, dass die chinesische Schrift in der zweiten Hälfte des zweiten Jahrtausends v. Chr. in China erfunden wurde. Die ersten Belege gehen auf die Zeit zwischen 1500 und 950 v. Chr. (Shang-Dynastie) zurück und wurden auf Schulterblättern und Panzern von Schildkröten gefunden. Dabei handelte es sich um Knochenorakel, um Schriftzüge, die im Rahmen von Wahrsagungen verwendet wurden.
 
Chinesische Archäologen haben vor Kurzem bei Ausgrabungen zahlreiche Fragmente neolithischer Tongefäße gefunden, von denen die ältesten Stücke ca. 4800 v. Chr. entstanden sind. Sie tragen Symbole, die einer Form von Schrift gleichkommen. Allerdings gleicht keines der Symbole den Shang-Schriftzeichen, und aufgrund der geringen Menge der Funde ist eine Entschlüsselung der Zeichen nicht möglich
 
 
 
Das chinesische Schriftsystem
 
 
Die im Chinesischen verwendeten Schriftzeichen werden als Hanzi bezeichnet. Ursprünglich waren diese Zeichen Darstellungen von Menschen oder Tieren, doch über die Jahrhunderte hinweg wurden sie immer abstrakter und haben mittlerweile keine Ähnlichkeit mehr mit den Elementen, für die sie stehen.

Bis zum Beginn des 20. Jahr-hunderts war das klassische Chinesisch die am weitesten verbreitete Schriftform in China.
Sie wurde gegen Ende der Han-Dynastie (220-25 v. Chr.) standardisiert und kam auch in Korea, Japan und Vietnam zur Anwendung, bis diese Länder ihr eigenes Schriftsystem entwickelten (obgleich das Japanische noch immer sehr stark vom Chinesischen geprägt ist; siehe Artikel „Die japanische Schrift“). 

Im klassischen Chinesisch bestanden die meisten Wörter aus nur einer Silbe und wurden durch ein einzelnes Schriftzeichen dargestellt. In den 1920er-Jahren entstand eine neue Form der chinesischen Schrift, die auf der Basis einer gesprochenen Sprache – dem Mandarin – entwickelt wurde. Seither fand diese Schriftform bei den meisten chinesischen Veröffentlichungen Anwendung. Manche Elemente des klassischen Chinesisch jedoch, wie etwa die Sprichwörter, werden weiterhin verwendet.

Im gesprochenen Chinesisch können Wörter eine oder mehrere Silben haben, die jeweils aus einem speziellen Zeichen bestehen. Obgleich viele Zeichen in Kombination mit anderen verwendet werden, hat jedes einzelne Schriftzeichen seine eigene Bedeutung.

 
 
 
Einige Einzelheiten zu den Schriftzeichen
 
 
Die chinesische Schrift ist ein offenes System. In den umfassendsten chinesischen Wörterbüchern sind 56 000 Zeichen aufgeführt, von denen die Mehrheit jedoch veraltet, unpräzise oder wenig gebräuchlich ist. Die Kenntnis von 3 000 Zeichen genügt, um etwa 99 % der in den chinesischen Zeitungen und Zeitschriften verwendeten Schriftzeichen lesen zu können. Für das Lesen chinesischer Literatur, technischer Texte oder des klassischen Chinesisch hingegen werden 6 000 Zeichen benötigt.

Chinesische Schriftzeichen werden mithilfe von zwölf Grundstrichen gezeichnet. Ein Zeichen kann aus einem einzigen bis hin zu 64 Strichen bestehen, die in einer festgelegten Reihenfolge gezeichnet werden.

Im Mandarin sind etwa 1 700 Silben möglich (im Englischen sind es 8 000). Folglich gibt es im Chinesischen eine Vielzahl von Homophonen. Um sie zu unterscheiden, wird für jede Silbe ein anderes Zeichen verwendet. Die Aussprache eines einzigen Zeichens kann also in Abhängigkeit vom Kontext und der Silbenkombination variieren.
 
 
 
Vereinfachtes Chinesisch / traditionelles Chinesisch
 
 
Das vereinfachte Chinesisch und das traditionelle Chinesisch sind zwei Varianten der chinesischen Schrift. Ihre grammatikalische Struktur ist zwar dieselbe, doch aus kulturellen und geschichtlichen Gründen sind die beiden Systeme nicht austauschbar.
Im traditionellen Chinesisch gibt es ungefähr 13 000 mitunter sehr komplexe Zeichen. Diese Komplexität war einer der Gründe dafür, dass die Analphabetenrate in China über viele Jahre hinweg sehr hoch war.
Um dies zu ändern, wurde im Jahr 1949 das vereinfachte Schriftsystem, das aus nur 8 000 Zeichen besteht, zur offiziellen Schriftsprache erklärt.  Die vereinfachten Schriftzeichen finden auch in Singapur Anwendung.
Taiwan, Hongkong, Macau und Malaysia jedoch behalten die traditionellen Schriftzeichen bei.
In Abhängigkeit davon, für welches Gebiet Ihre chinesische Übersetzung bestimmt ist, muss also unbedingt die richtige Zielsprache ausgewählt werden (traditionelles Chinesisch / vereinfachtes Chinesisch).
 
 Weitere Informationen zu:
- Übersetzung ins Chinesische,
- Übersetzung Deutsch-Chinesisch,
- Übersetzung Chinesisch-Deutsch
erhalten Sie unter der Rubrik „Fachbereiche – Asiatische Sprachen“.
 
 
 
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